Von allem, was beim Agnihotra zusammenkommt, berührt mich das Vorbereiten der Zutaten am meisten. Es ist ein kleines Ritual vor dem großen Ritual.
Ghee – geklärte Butter
Im Ayurveda gilt Ghee als eines der kostbarsten Mittel: Es stärkt nach dieser Überlieferung die Lebensenergie, trägt reinigende Qualitäten in sich – und wenn es verbrennt, gibt es diese an die Raumatmosphäre weiter. Für Agnihotra darf es kein gewöhnliches Butterschmalz aus dem Supermarkt sein, das enthält oft Zusätze. Es muss reines Ghee sein – ohne Salz, ohne Konservierungsmittel.
Ich stelle es manchmal selbst her, und ich merke jedes Mal: das ist bereits eine meditative Praxis. Einfach ungesalzene Butter aus Kuhmilch langsam erhitzen, aufsteigenden Eiweißschaum abschöpfen, bei reduzierter Hitze weiterköcheln, bis sich die Milcheiweiße am Topfboden absetzen und das klare, goldene Fett frei wird. Ob das Ghee fertig ist, verrät ein alter Trick: Ein Streichholz ohne Zündkopf hineinhalten und anzünden – brennt die Flamme ruhig ohne Zischen, ist kein Wasser mehr enthalten. Dann durch ein Leinentuch filtern, in Glas abfüllen. Hält sich ohne Kühlung jahrelang. Reines Ghee finden Sie auch in gut sortierten Bioläden.
Getrockneter Kuhfladen
Ich weiß, dass das manche zum Schmunzeln bringt – bis sie mehr darüber hören. Kuhfladen war in vielen Kulturen weltweit ein anerkanntes Reinigungs- und Heilmittel, lange bevor es Desinfektionsmittel aus der Apotheke gab. Für Agnihotra eignet sich der Dung aller Rinderrassen – am besten von Kühen mit Hörnern und aus naturnaher Haltung. Bitte nicht von Bullen, da riecht es mitunter weniger angenehm.
Im Sommer kann man auf ländlichen Weiden bereits getrocknete Fladen aufsammeln – am besten den Bauern vorab fragen, Kuhfladen ist wertvoller Dünger. Zum Selbsttrocknen: frischen Dung etwa 5 bis 10 mm dünn auf ein Drahtgitter mit Insektenschutznetz aufstreichen, das ermöglicht Luftzirkulation von beiden Seiten. Bei warmem, trockenem Wetter ist alles in ein bis zwei Tagen fertig. Trocken und warm gelagert hält er sich jahrelang und sollte angenehm duften.
Vollkornreis (ganz, ungekocht)
Ganze, unpolierte Körner von Naturreis – mit etwas Ghee vermischt. Man braucht genau zweimal die Menge, die man zwischen Daumen, Zeige- und Mittelfinger halten kann: eine Prise beim ersten Mantrasatz, eine zweite beim zweiten. Mehr braucht es wirklich nicht.
Die Asche – Vibhuti
Was nach dem Ritual in der Kupferschale zurückbleibt, ist keine gewöhnliche Asche. Die Vibhuti gilt in der Homa-Tradition als besonders mineralstoffreich und energiegeladen – sie wird sorgfältig in Ton-, Glas- oder Kupfergefäßen aufbewahrt und kann vielfältig weiterverwendet werden.